Tracht der Achentaler Rohrdorf

Achentaler Weiber- und Mannertracht
Achentaler Weiber- und Mannertracht

Trotz der frühen Gründung eines Trachtenvereines im österreichischen Graz (1871) gilt allgemein Oberbayern als Wiege der Trachtenbewegung.

Hier begann 1883 mit der Gründung des „Vereines zur Erhaltung der Volkstrachten im Leitzachtal“ durch den Lehrer Josef Vogl (1848–1886) in Bayrischzell die Entwicklung einer organisierten Trachtenbewegung in Bayern. Erstmals wurde hier für Bayern als satzungsgemäßer Hauptzweck die „Wiederauffrischung der im Verschwinden begriffenen kleidsamen Volkstracht“ festgeschrieben. Anregungen für diese Vereinsgründung kamen unter anderem von den Tiroler Nationalsängergruppen, von der Miesbacher Schuhplattlergesellschaft (seit 1859) und von Alpenvereinsmitgliedern.

In der Kombination einer von Jägern, Holzknechten und Sennen adaptierten und an ältere Tiroler Kleidungsformen anschließenden Männertracht mit kurzer Lederhose und Schuhplattlertanz gründeten sich in rascher Folge weitere Trachtenvereine, zunächst in der Region Oberbayern, bald jedoch auch in anderen Gegenden Bayerns.

All diese Vereine wandten sich bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts fast ausschließlich der Pflege der „Gebirgstracht“ zu. Hierin zeigt sich eine deutliche Parallele zur bayerischen Volksmusikpflege dieser Zeit, wo man ebenfalls lange Zeit auf alpenländisches Volkslied und Volksmusik konzentriert blieb. Die Trachtenvereine schlossen sich ab 1890 in Gauverbänden zusammen.